Fruit Picking Australia
Anzeigen
Insidertip
Anzeigen

Fruit Picking Australia

Das erste Mal ”Fruit Picking”

Meine ersten Erfahrungen im Fruit Picking sammelte ich in Bundaberg. Diese Stadt an der Ostküste Queenslands ist diesbezüglich neben Townsville und Bowen eine zentrale Anlaufstelle. Neben der einfachen Möglichkeit einen Job zufinden, finden sich hier jedoch kaum weitere Entdeckungs- oder Besichtigungsmöglichkeiten.
Jobs im Fruit Picking erhält man am ehesten über die städtischen Hostels, in Bundaberg beispielsweise über die Cellblock Backpackers, über die Federal Backpackers oder auch über die Bus Stop Backpackers.

Ich verbrachte meine Zeit bei den Cellblock Backpackers, ein relativ groβes Hostel mit zwei Küchen, einem eigenen Pool und einer hauseigenen Bar, welche allabendlich sehr gut besucht war. Eigene alkoholische Getränke dürften jedoch nicht mit ins Hostel gebracht werden.

Die Hygienebedingungen sind eher mäβig und auch die Internetverbindung ist partiell sehr langsam, dafür aber günstig (3,5 A$/h). Um schlieβlich einen Job zu bekommen, musste ich einfach an der Rezeption nachfragen und nach dem Ausfüllen einzelner Formulare sowie des Begleichens einer Kaution von 20 A$ konnte ich bereits am nächsten Tag mit dem Arbeiten beginnen. Wo man arbeitet, erfährt man jeweils am Abend vorher anhand einer Liste am Schwarzen Brett.

 
 

Mein erster Job umfasste das Einpacken von Erdbeeren.

Wir fuhren in einer kleinen Gruppe von sechs Personen früh am Morgen (6.30 Uhr) zu einer kleinen Farm und starteten dort um sieben Uhr. Der tägliche Transport zu den einzelnen Farmen muss gleichfalls wie die Unterkunft jeweils einmal wöchentlich bezahlt werden (Transport: 6A$/d, Unterkunft: 160-180 A$/w). Man muss also zunächst erst einmal Geld einplanen, bevor man mit dem Arbeiten selbiges wieder verdienen kann.

Das Einpacken von Erdbeeren stellte sich zunächst als schwieriger als erwartet heraus, da die Frau des Farmers bestimmte Techniken bevorzugte. Doch nach einigen Stunden und einzelnen Korrekturen kam man mit der Arbet ganz gut zurecht. Die täglichen Arbeitszeiten schwankten meist zwischen acht und 14 h und am Ende wurde man von Mitarbeitern der Hostels abgeholt. Teilweise fuhr man auch selbst mit einem bereitgestellten Wagen zur Arbeit. Der Stundenlohn schwankte zwischen 16 und 18 A$.

Am zweiten Tag meines Arbeitens erlebte ich schlieβlich die erste unangenehme Überraschung. Ich wollte nur für einen Monat bleiben, die Farmersfrau suchte aber, wie die meisten Arbeitergeber, Arbeiter für eine längere Zeitspanne. Und so durften ich sowie auch ein anderes kanadisches Girl die Arbeit bereits nach einer Stunde wieder beenden.

Etwas deprimiert fuhr ich zurück zum Hostel und von den Cellblockern erfuhr ich, dass ich nun bis Sonntagabend warten müsse, um zu sehen, ob ich am Montag eine andere Arbeit bekomme könne. Doch soviel Zeit brauchte es gar nicht, denn bereits am Sonntag wurde gege acht Uhr plötzlich ins Zimmer gefragt:

”Will jemand arbeiten?”

Und so stand ich bereits eine halbe Stunde später in einer neuen Tomatenfabrik. Ich packte Tomaten ein, beklebte Plastikbehälter mit Etiketten und sortierte an einem Laufband die guten von den schlechten Tomaten – diesmal wirklich einfach! Die Arbeit machte Spaβ und gemeinsam mit anderen Backpackern und den netten Betriebsmitarbeitern arbeitete man Hand in Hand.

Am Montag erhielt ich dann wiederum einen neuen Job auf einer anderen Farm und befreite alte Tomatenstränge von den Drähten, die selbige aufrecht hielten. Einen Tag später blieb die Farm dieselbe, aber die Arbeit wechselte und nun sollten Tomaten gepflanzt werden. Und so saβ man auf Stühlen, welche hinten an einem Trecker angebracht waren, und steckte kleine Tomatenpflazen in kleine Löcher. Diese Arbeit blieb dann sogar mal einige Tage bestehen, bevor ich dann am Freitag schlieβlch wieder die Stränge von den Drähten befreite.

Für mich bedeuteten diese ersten Erfahrungen im Fruit Picking ein Auf und Ab der Gefühle - zwischen Unkenntnis, Freude, Enttäuschung und Überraschung. Man muss einfach Unerwartetes zulassen und vor allem spontan und offen für alles sein, dann kann man die Zeit auch wirklich genieβen. Und letztlich ist man nicht allein, denn andere Backpacker, mit denen man zusammen arbeitet und denen man abends an der Bar begegnet, bieten sehr, sehr nette Ansprechpartner und man findet schlieβlich wirkliche Freunde in ihnen.

Links